Bürgerinitiative

Oberursel Nord

6. April 2018
von Anja Hohenacker
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Offener Brief betreffend des Bebauungsplans 238

Schreiben von Joachim Schares vom 12.03.2018 an die Vorsitzende des Ortsbeirats Oberstedten Claudia Hoffmann.
Das Schreiben wurde weitergeleitet an den Ersten Stadtrat Christof Fink, Herrn Bürgermeister Hans-Georg Brum und an alle Fraktionsvorsitzenden des Stadtparlaments.

Das Schreiben wurde von den Nachbarn der Lena- Himmelhuber-Strasse unterzeichnet


Betreff: Bebauungsplan 238, hier: Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans (FNP)

Sehr geehrte Frau Hoffmann,

mit Interesse aber auch großer Sorge verfolgen die Anwohner der Lina-Himmelhuber-Straße in Oberursel das o.g. Bebauungsplanverfahren, da wir als Anlieger des Forsthauswegs mittelbar betroffen sind. Wir wenden uns an Sie, da das Vorhaben morgen Abend im Ortsbeirat diskutiert wird.

Zunächst begrüßen wir die Veröffentlichung des Vorentwurfs des Bebauungsplans auf der Homepage der Stadt Oberursel, da so die notwendige Transparenz und die erforderliche Beteiligung der Bürger im Planverfahren ermöglicht wird. Wir entnehmen diesen Unterlagen den folgenden Hinweis (Begründung zum Bebauungsplan, S. 3):

„Bei der Bearbeitung des städtebaulichen Konzeptes sind die rechtlichen Anforderungen des Artenschutzes, der Lärm- und Geruchsimmissionen sowie der Leistungsfähigkeit des Straßennetzes nicht eingeflossen. Hierzu sind im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes Untersuchungen durchzuführen. Des Weiteren sind die voraussichtlichen Umweltauswirkungen im Sinne des § 2 (4) BauGB zu ermitteln. Die notwendigen Gutachten sowie der Umweltbericht und die Eingriffs- Ausgleichsbilanzierung werden bis zur Offenlage gemäß § 3 (2) BauGB fertiggestellt.

Daher sind wir äußert verwundert und besorgt über den Beschluss des Bauausschusses vom 08.03.2018, mit dem ein Änderungsverfahren zur Änderung der Darstellung „Grünfläche, Parkanlage“ sowie von „Wohnbaufläche, Bestand“ in „Sondergebiet Pferdehaltung/Reiten“ beantragt wird.

Es ist für uns als Anwohner nicht hinzunehmen, dass eine solche Änderung beantragt wird, ohne die erforderlichen Auswirkungen des Plans zu kennen. Hier wird unserer Meinung nach eine unzulässige Vorfestlegung durch den Ausschuss, den Ortsbeirat und die Stadtverordneten getroffen, die der von Herrn Bürgermeister Brum und der Verwaltungsspitze zugesicherten „Ergebnisoffenheit“ vollständig zuwiderläuft.

Wir bitten daher die Beschlüsse solange auszusetzen, bis die Auswirkungen hinreichend klar sind.

Des weiteren sind wir in diesem Zusammenhang verwundert über die Aussagen, die derzeit zum Themenbereich Erschließung getroffen werden. Während die Unterlagen zum Vorentwurf ausführen, dass bis zur öffentlichen Auslegung geprüft wird „in welcher Weise die geplanten Nutzungen unter Berücksichtigung des vorhandenen Wege- und Straßennetzes sowie deren Leistungsfähigkeit erschlossen werden können“ ist der Bauausschuss anderweitig informiert worden. Dort führte Herr Bürgermeister Brum aus, dass die Erschließung des Reiterhofs über den Forsthausweg geführt werden soll.

Hier gilt das vorangesagte: Es ist für uns als Anwohner nicht hinzunehmen, dass man sich auf ein Erschließungskonzept festlegt, ohne die erforderlichen Auswirkungen des Plans zu kennen.

Grundsätzlich geben wir zu bedenken, dass der der Forsthausweg bereits heute vielen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen unterliegt, die zu einer unverträglichen Überlagerung von Reitschul- und Wirtschaftsverkehren mit anderen Nutzerverkehren führen würde:

  • Überlagerung mit Rad- und Fußverkehr zur Frankfurt International School,
  • Überlagerung mit dem Verkehr zum Tierheim,
  • Überlagerung mit dem Verkehr zum Schützenhaus,
  • Überlagerung mit der Radroute Oberursel-Hohemark-Saalburg,
  • Überlagerung mit Verkehren der Waldwirtschaft,
  • Überlagerung mit Wanderverkehren (Parkierung der Ausflügler am Tierheim),

Zudem ist zu bedenken, dass durch eine fehlende Beleuchtung des Forsthauswegs besonders Fußgänger und Radfahrer in der dunklen Jahreszeit gefährdet sind.

Wir lehnen daher den Forsthausweg als Erschließungsoption für das Sondergebiet ab, da Lkw- (Futter, Mist, Tierarzt etc.) sowie Pkw-Verkehr mit Pferdeanhänger zu Konflikten führen:

  • Querschnitte lassen keinen Begegnungsverkehr Lkw/Lkw zu
  • Querschnitte lassen keinen Raum für Fahrverkehr, Fußgänger- und Radverkehr
  • Wege dienen freizeitsuchenden Fußgängern und Radfahrern und Sportaktivitäten
  • Wege werden sehr häufig von Kindern (KIFAZ, Kindergärten) und Senioren (Einrichtungen an der Hohemarkstraße) genutzt
  • Wege dienen als Fußwegevebindung zur U-Bahnhaltestelle an der Hohemark Straße

Die Erschließung des Reiterhofs wird von uns Anwohnern abgelehnt und wir erwarten eine umfängliche Prüfung und Erörterung durch einen Fachgutachter, bevor Beschlüsse zur Änderung des regionalen Flächennutzungsplans gefasst werden.

Für die Anwohner der Lina-Himmelhuber-Str.:
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Mit freundlichen Grüßen

Joachim Schares, Lina-Himmelhuber-Str. 47, 61440 Oberursel

 

5. Juni 2017
von Inge Grahl
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Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung am 8. Juni 2017

Die Stadt Oberursel lädt für den 8. Juni 2017 um 19.00 Uhr ins Rathaus zu einer Bürgerinformationsveranstaltung anläßlich des Bauvorhabens auf dem Gelände des Siedlungsförderungsvereins ein:

Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung_Brum

Die Bürgerinitiative Oberursel Nord nimmt dies zum Anlass, noch einmal ihre Position darzulegen. Wir engagieren uns klar gegen eine weitere Bebauung des Geländes auf dem Siedlungslehrhof und  für  die Sicherstellung eines nachhaltigen Naturschutzes. Unsere Ziele sind:

  • Keine Versiegelung von bislang geschützten Grünflächen durch die neuen Reithallen
  • Beibehaltung der im Regionalen Flächennutzungsplanes ausgewiesenen Grünflächen
  • Kein Abholzen von Bäumen für den Ausbau des “Hundeweges” oder für die Bebauung der “Pferdewiese”
  • Keine Bebauung der “Pferdewiese” und damit Vermeidung der Veränderung der Grundwasserströme zum Schutz der Bäume im Camp-King-Park

Wie aus unserer Sicht Naturschutz und Erhalt bzw. Ausbau von Naherholungsgebieten aussehen kann, wurde bereits in dem von der BI entwickelten „Grüngürtel“-Konzept vorgestellt. So schlagen wir  den Ausbau des Camp King Parks zu einem „Grüngürtel“ vor. Dieser  führt vom Camp-King-Park nach Norden in Richtung Mountain Lodge und den oberen Heinrich-Kappus-Weg über die Baumallee (nördlicher Zugang des Reiterhofs vom Heinrich-Kappus-Weg aus) zu den denkmal-geschützten Gebäuden des Reiterhofs und geht weiter über den hinter dem Reiterhof bereits vorhandenen Weg (entlang der Umgehungsstraße) zum sog. Hundeweg und von dort aus über den Forsthausweg nach Norden in Richtung Tierheim und Taunus oder auf dem Forsthausweg nach Westen bis zur Hohemarkstraße und weiter zum Taunus Informationszentrum. In den Gebäuden des Reiterhofs bietet sich die Einrichtung einer Restauration („Kutscherkneipe“) für Reiter und Spaziergänger an.

Die BI regt  ferner den vollständigen Ausbau des Mühlenwegs westlich der Hohemarkstraße  von dem Taunus Informationszentrum bis hinunter zum Festplatz an der Bleiche an.

Dieses Konzept gewinnt insbesondere angesichts der hohen Verdichtung von Wohnraum entlang der Hohemarkstraße und weiterer Bauplanungen erheblich an Bedeutung: Auf dem ehemaligen Scheele-Gelände sind 64 Wohneinheiten entstanden, das Südzuckerareal umfasst 119 Wohneinheiten, das gegenüber EDEKA befindliche Jandorf-Gelände beinhaltet 130 Wohnungen und am Heidegraben sind insgesamt 81 Wohneinheiten entstanden. Hinzu kommen das Quartier am Forsthausweg (Frank Fahle Gelände), die Wohnsiedlung an der Klinik Hohe Mark und die derzeit laufende Bebauung des Fischlein-Geländes mit 17 Wohneinheiten. In Summe ist damit im Norden Oberursel Wohnraum für  etwa 1600 Neubürger geschaffen worden – Bürger, für die bisher  übrigens auch soziale Infrastruktur wie Kindergarten- und Hortplätze nur unzureichend bereitgestellt wurden.

Die BI vertritt die Auffassung, dass der vorgeschlagene Grüngürtel als Kompensation für die hohe Bebauungsdichte und im Sinne des Erscheinungsbildes von Oberursel als einer „grünen Stadt“ unverzichtbar ist. Wenn Oberursel „lebens- und liebenswert“ bleiben soll, dann gehören ausreichende Grünflächen und Natur dazu!

Unterstützen Sie unsere Initiative für Naturschutz und gegen weitere Bebauung von Grünflächen! Kommen Sie am 8. Juni um 19.00 Uhr ins Rathaus und beteiligen Sie sich an der Diskussion!