Bürgerinitiative

Oberursel Nord

16. Juni 2015
von Inge Grahl
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Oberursel vor der Wahl: Kandidaten im Interview der FAZ

Am kommenden Sonntag, 21. Juni findet die Wahl des Bürgermeisters in Oberursel statt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat heute ein Interview mit den beiden Kandidaten veröffentlicht, dessen wesentliche Themen, wie auch im Wahlkampf insgesamt zu spüren, Stadtentwicklung, Bebauung, Wohnraumverdichtung und die Konsequenzen für Stadt und Einwohner sind:

FAZ_160615

8. Juni 2015
von Inge Grahl
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Bürgermeisterkandidat Thorsten Schorr reagiert auf offenen Brief der BI

Sehr geehrter Herr Canton,
sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerinitiative Camp King,

das Gebiet am Siedlungslehrhof ist im Flächennutzungsplan als „Wohnbaufläche-Bestand“ und im Norden (angrenzend an B455) als „Grünfläche-Parkanlage“ dargestellt. Ein Bebauungsplan besteht nicht, allerdings hat das Stadtparlament im Herbst 2014 beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Der Eigentümer beabsichtigt, bestehende Nutzungen für Pferdehaltung mit Reiteinrichtungen neu zu ordnen, zu sichern und zu erweitern. Außerdem ist nach Angaben des Eigentümers die Entwicklung von Wohnbebauung (unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes) geplant. Geplant sind vom Eigentümer 28 Wohnungen (20 Einfamilienhäuser, 2 Doppelhäuser, 4 Reihenhäuser). Der Baumbestand soll erhalten werden. Mit den Erlösen aus dem Wohnungsbau will der Siedlungsförderungsverein langfristig die denkmalgeschützten Gebäude und andere Projekte des Siedlungsfördervereins sichern.

Das klingt zwar grundsätzlich nachvollziehbar, aber wie Sie zu Recht kritisch bemerken, drohen auch andere Begleiterscheinungen. Die Entwicklung hätte Auswirkungen für soziale Infrastruktur und Verkehr. Dabei muss aus meiner Sicht beachtet werden, dass die massive Neubautätigkeit entlang der Hohemarkstrasse im Norden unserer Stadt noch nicht verdaut ist. Problematisch ist ganz besonders die geplante verkehrliche Anbindung des Gebiets, insbesondere für LKW!

Ich will mich dem Wunsch des Siedlungsförderungsvereins nicht gänzlich verschließen, aber Voraussetzung für meine Zustimmung zu einer Wohnbebauung sind sehr präzise Festlegungen. Um überhaupt einer Bebauung zustimmen zu können, müssten diese Festlegungen nach meiner Überzeugung folgende Eckpunkte enthalten: Eine lockere Wohnbebauung darf nur so dimensioniert sein, wie für die Finanzierung des Erhalts der bestehenden Gebäude des Eigentümers erforderlich sind. Ein Teil der Wohneinheiten muss darüber hinaus mit niedriger Erbpacht als bezahlbarer Wohnraum für Familien zur Verfügung gestellt werden. Unverzichtbar ist für mich die Freihaltung einer Grünzone (entlang der B455) als Vernetzung der Grünflächen vom Wald oberhalb der FIS bis hin zu Grünflächen im Eschbachweg.

Eine verkehrliche Anbindung des geplanten Neubaugebiets über den Forsthausweg muß mit Priorität geprüft werden.

Der Aufstellungsbeschluss ermöglicht nunmehr dem Eigentümer eine Konkretisierung seiner Planungsabsichten. Darüber muss die Stadt Oberursel dann mit den Anwohnerinnen und Anwohnern eine intensive Diskussion führen. Sowohl ich selbst wie auch die CDU-Fraktion haben deutlich darauf hingewiesen, dass unsere Zustimmung zur Einleitung des Verfahrens keine spätere Zustimmung zu einer Bebauung präjudiziert. Gerade an dieser sensiblen Stelle am Ortsrand müssen Baumassnahmen äußerst kritisch beurteilt werden. Für uns wird dabei gerade das Ergebnis der Diskussion mit den Anwohnern entscheidend für unsere spätere Haltung zu einem Bebaungsplan-Entwurf werden.

Im Sinne meiner o.g. Ausführungen habe ich mich sowohl bei meinem Ortsrundgang am 22. April 2015, als auch im Rahmen der TZ-Podiumsdiskussion am 28. Mai 2015 in der Stadthalle geäußert. Selbstverständlich stehe ich gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Schorr

7. Juni 2015
von Inge Grahl
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Bürgermeister Hans-Georg Brum antwortet auf offenen Brief der BI

Sehr geehrter Herr Canton,
sehr geehrte Mitglieder der Bürgerinitiative,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 03. Juni. Gerne antworte ich Ihnen darauf.

Eine mögliche Bebauung von Teilflächen des Siedlungslehrhofes wird seit mehreren Jahren diskutiert. Das Gelände ist als Wohnfläche im Regionalen Flächennutzungsplan ausgewiesen. Als die Pläne des Eigentümers bekannt wurden, habe ich frühzeitig das Gespräch mit den Anwohnern gesucht.

Eine Vermittlung der Interessen des Siedlungslehrhofes mit denen der Anwohner ist schwierig, aber im Zuge einer reduzierten moderaten Bebauung aus meiner Sicht durchaus möglich. Aus den Gesprächen habe ich mitgenommen, dass viele Anwohner sich mit einer starken Reduzierung etwa auf die Hälfte der Wohneinheiten einverstanden erklären könnte.

Die Bürgerinitiative hatte in einem Flugblatt vor dem Bau von 80 Wohneinheiten gewarnt. Die Zahl war etwas übertrieben. Tatsächlich waren zwischen 36 und 40 WE geplant. Der letzte Entwurf des Siedlungslehrhofe sieht 23 WE vor. Im Bauausschuss habe ich dargestellt, dass ich eine Zahl von 20 WE oder darunter für vertretbar halte. Dies habe ich auch in dieser Form gegenüber dem Siedlungslehrhof kommuniziert.

Natürlich führt eine Neubebauung zu Veränderungen, insbesondere auch der räumlichen Rahmenbedingungen. Das für die Reitnutzung vorgesehene Areal würde in Bereich zwischen dem historischen Hof und der B-455 verlegt. Das Areal auf dem sich gegenwärtig die Reithalle und die Bienenflughalle befinden würde für die geplanten Wohnhäuser genutzt.

o Das Bebauungskonzept kann aufgrund des verringerten Flächenverbrauchs so angepasst werden, dass der Baumbestand im Wesentlichen erhalten bleibt.

o Es verbleiben ausreichend Flächen für einen durchgehenden Grünzug, die dann auch öffentlich genutzt werden können. Das denkmalgeschützten Ensemble mit dem Reiterhof, dem wir damit das Überleben sichern, wäre der attraktive Mittelpunkt der Anlage.

o Die Zufahrt zum Reiterhof sollte gesichert werden. Mögliche Schleich- und Durchgangsverkehre durch eine direkte Verbindung Ahornweg und Neuhausstraße sind zu unterbinden.

Wir müssen dem Siedlungslehrhof aus meiner Sicht Erweiterungsmöglichkeiten geben, da ansonsten der Hof und der Erhalt des gesamten denkmalgeschützten Ensembles in Frage gestellt ist.

Die geplante Nutzung von Teilflächen für Erbpachtgrundstücke halte ich für den richtigen Weg, Familien mit mittleren Einkommen bezahlbare Wohnungen zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Brum