Bürgerinitiative

Oberursel Nord

5. Juni 2017
von Inge Grahl
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Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung am 8. Juni 2017

Die Stadt Oberursel lädt für den 8. Juni 2017 um 19.00 Uhr ins Rathaus zu einer Bürgerinformationsveranstaltung anläßlich des Bauvorhabens auf dem Gelände des Siedlungsförderungsvereins ein:

Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung_Brum

Die Bürgerinitiative Oberursel Nord nimmt dies zum Anlass, noch einmal ihre Position darzulegen. Wir engagieren uns klar gegen eine weitere Bebauung des Geländes auf dem Siedlungslehrhof und  für  die Sicherstellung eines nachhaltigen Naturschutzes. Unsere Ziele sind:

  • Keine Versiegelung von bislang geschützten Grünflächen durch die neuen Reithallen
  • Beibehaltung der im Regionalen Flächennutzungsplanes ausgewiesenen Grünflächen
  • Kein Abholzen von Bäumen für den Ausbau des “Hundeweges” oder für die Bebauung der “Pferdewiese”
  • Keine Bebauung der “Pferdewiese” und damit Vermeidung der Veränderung der Grundwasserströme zum Schutz der Bäume im Camp-King-Park

Wie aus unserer Sicht Naturschutz und Erhalt bzw. Ausbau von Naherholungsgebieten aussehen kann, wurde bereits in dem von der BI entwickelten „Grüngürtel“-Konzept vorgestellt. So schlagen wir  den Ausbau des Camp King Parks zu einem „Grüngürtel“ vor. Dieser  führt vom Camp-King-Park nach Norden in Richtung Mountain Lodge und den oberen Heinrich-Kappus-Weg über die Baumallee (nördlicher Zugang des Reiterhofs vom Heinrich-Kappus-Weg aus) zu den denkmal-geschützten Gebäuden des Reiterhofs und geht weiter über den hinter dem Reiterhof bereits vorhandenen Weg (entlang der Umgehungsstraße) zum sog. Hundeweg und von dort aus über den Forsthausweg nach Norden in Richtung Tierheim und Taunus oder auf dem Forsthausweg nach Westen bis zur Hohemarkstraße und weiter zum Taunus Informationszentrum. In den Gebäuden des Reiterhofs bietet sich die Einrichtung einer Restauration („Kutscherkneipe“) für Reiter und Spaziergänger an.

Die BI regt  ferner den vollständigen Ausbau des Mühlenwegs westlich der Hohemarkstraße  von dem Taunus Informationszentrum bis hinunter zum Festplatz an der Bleiche an.

Dieses Konzept gewinnt insbesondere angesichts der hohen Verdichtung von Wohnraum entlang der Hohemarkstraße und weiterer Bauplanungen erheblich an Bedeutung: Auf dem ehemaligen Scheele-Gelände sind 64 Wohneinheiten entstanden, das Südzuckerareal umfasst 119 Wohneinheiten, das gegenüber EDEKA befindliche Jandorf-Gelände beinhaltet 130 Wohnungen und am Heidegraben sind insgesamt 81 Wohneinheiten entstanden. Hinzu kommen das Quartier am Forsthausweg (Frank Fahle Gelände), die Wohnsiedlung an der Klinik Hohe Mark und die derzeit laufende Bebauung des Fischlein-Geländes mit 17 Wohneinheiten. In Summe ist damit im Norden Oberursel Wohnraum für  etwa 1600 Neubürger geschaffen worden – Bürger, für die bisher  übrigens auch soziale Infrastruktur wie Kindergarten- und Hortplätze nur unzureichend bereitgestellt wurden.

Die BI vertritt die Auffassung, dass der vorgeschlagene Grüngürtel als Kompensation für die hohe Bebauungsdichte und im Sinne des Erscheinungsbildes von Oberursel als einer „grünen Stadt“ unverzichtbar ist. Wenn Oberursel „lebens- und liebenswert“ bleiben soll, dann gehören ausreichende Grünflächen und Natur dazu!

Unterstützen Sie unsere Initiative für Naturschutz und gegen weitere Bebauung von Grünflächen! Kommen Sie am 8. Juni um 19.00 Uhr ins Rathaus und beteiligen Sie sich an der Diskussion!

16. Juni 2015
von Inge Grahl
Keine Kommentare

Oberursel vor der Wahl: Kandidaten im Interview der FAZ

Am kommenden Sonntag, 21. Juni findet die Wahl des Bürgermeisters in Oberursel statt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat heute ein Interview mit den beiden Kandidaten veröffentlicht, dessen wesentliche Themen, wie auch im Wahlkampf insgesamt zu spüren, Stadtentwicklung, Bebauung, Wohnraumverdichtung und die Konsequenzen für Stadt und Einwohner sind:

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8. Juni 2015
von Inge Grahl
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Bürgermeisterkandidat Thorsten Schorr reagiert auf offenen Brief der BI

Sehr geehrter Herr Canton,
sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerinitiative Camp King,

das Gebiet am Siedlungslehrhof ist im Flächennutzungsplan als „Wohnbaufläche-Bestand“ und im Norden (angrenzend an B455) als „Grünfläche-Parkanlage“ dargestellt. Ein Bebauungsplan besteht nicht, allerdings hat das Stadtparlament im Herbst 2014 beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Der Eigentümer beabsichtigt, bestehende Nutzungen für Pferdehaltung mit Reiteinrichtungen neu zu ordnen, zu sichern und zu erweitern. Außerdem ist nach Angaben des Eigentümers die Entwicklung von Wohnbebauung (unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes) geplant. Geplant sind vom Eigentümer 28 Wohnungen (20 Einfamilienhäuser, 2 Doppelhäuser, 4 Reihenhäuser). Der Baumbestand soll erhalten werden. Mit den Erlösen aus dem Wohnungsbau will der Siedlungsförderungsverein langfristig die denkmalgeschützten Gebäude und andere Projekte des Siedlungsfördervereins sichern.

Das klingt zwar grundsätzlich nachvollziehbar, aber wie Sie zu Recht kritisch bemerken, drohen auch andere Begleiterscheinungen. Die Entwicklung hätte Auswirkungen für soziale Infrastruktur und Verkehr. Dabei muss aus meiner Sicht beachtet werden, dass die massive Neubautätigkeit entlang der Hohemarkstrasse im Norden unserer Stadt noch nicht verdaut ist. Problematisch ist ganz besonders die geplante verkehrliche Anbindung des Gebiets, insbesondere für LKW!

Ich will mich dem Wunsch des Siedlungsförderungsvereins nicht gänzlich verschließen, aber Voraussetzung für meine Zustimmung zu einer Wohnbebauung sind sehr präzise Festlegungen. Um überhaupt einer Bebauung zustimmen zu können, müssten diese Festlegungen nach meiner Überzeugung folgende Eckpunkte enthalten: Eine lockere Wohnbebauung darf nur so dimensioniert sein, wie für die Finanzierung des Erhalts der bestehenden Gebäude des Eigentümers erforderlich sind. Ein Teil der Wohneinheiten muss darüber hinaus mit niedriger Erbpacht als bezahlbarer Wohnraum für Familien zur Verfügung gestellt werden. Unverzichtbar ist für mich die Freihaltung einer Grünzone (entlang der B455) als Vernetzung der Grünflächen vom Wald oberhalb der FIS bis hin zu Grünflächen im Eschbachweg.

Eine verkehrliche Anbindung des geplanten Neubaugebiets über den Forsthausweg muß mit Priorität geprüft werden.

Der Aufstellungsbeschluss ermöglicht nunmehr dem Eigentümer eine Konkretisierung seiner Planungsabsichten. Darüber muss die Stadt Oberursel dann mit den Anwohnerinnen und Anwohnern eine intensive Diskussion führen. Sowohl ich selbst wie auch die CDU-Fraktion haben deutlich darauf hingewiesen, dass unsere Zustimmung zur Einleitung des Verfahrens keine spätere Zustimmung zu einer Bebauung präjudiziert. Gerade an dieser sensiblen Stelle am Ortsrand müssen Baumassnahmen äußerst kritisch beurteilt werden. Für uns wird dabei gerade das Ergebnis der Diskussion mit den Anwohnern entscheidend für unsere spätere Haltung zu einem Bebaungsplan-Entwurf werden.

Im Sinne meiner o.g. Ausführungen habe ich mich sowohl bei meinem Ortsrundgang am 22. April 2015, als auch im Rahmen der TZ-Podiumsdiskussion am 28. Mai 2015 in der Stadthalle geäußert. Selbstverständlich stehe ich gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Schorr